Liebe Mitglieder und Freunde der Christengemeinschaft!

Zum zweiten Sonntag der Osterzeit wird das Evangelium gelesen, indem Thomas den anderen nicht glauben wollte. Er möchte selbst sehen und anfassen, damit er glauben kann.

Christus bietet ihm diese Möglichkeit an und wir wissen nicht, was Thomas dann getan hat, aber er konnte den Glauben dadurch finden. Diese ganze Stelle passt so gut zu uns insbesondere in dieser Zeit. Und wir möchten so gerne sehen und anfassen, damit wir glauben können. Der Auferstandene spricht jedoch zu Thomas: Wahrhaft groß sind die, die zur inneren Kraft des Vertrauens kommen, auch wenn ihr Auge nicht sieht.

Ja, und da finden wir uns selbst.

So sind wir und unsere Aufgabe lautet: Trotzdem! Auch ohne das Sehen muss es gehen. Und das geht auch. Vertrauen ist der Schlüssel dazu. Vertrauen nicht nur in die geistige Welt, auch das Vertrauen in uns selbst.

Es mag heutzutage immer schwieriger werden, in der Welt den Christus zu finden. Doch gerade da, wo es schwer ist, gerade da, wo wir verzweifelt sind und nicht weiterkommen, gerade da ist Er. Da sind auch seine Heerscharen. Es heißt auch: Wenn die Bedrängnis groß wird und man nicht mehr weiß wohin, dann soll man sich aufrichten und den Kopf erheben, denn dann ist Er nah.

Glauben ist manchmal eine Frage von Mut, es trotzdem zu tun.

Er ist nicht hier. Er ist auferstanden. Und er geht uns voran. Es ist überhaupt keine Frage. Es ist lediglich eine Aufforderung und es liegt an jedem Einzelnen von uns den Entschluss zur Nachfolge zu fassen.

Was könnten wir alles wissen, wenn wir alles studiert hätten und was könnten wir alles sehen, wenn wir es wüssten und doch ist am Ende die Frage übrig: Kannst du glauben, ohne zu sehen? Und wir können es alle. Wir glauben sehr viel, ohne es selbst erkannt zu haben. Wir glauben, dass die Blumen wachsen, der Wind bläst und die studierten Menschen recht haben. Warum also nicht auch, dass Er da ist und Seine Engel auch.

Wir sind nie allein.

Er ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich
Ihre Anna Hofer

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