von Anna Hofer 2010

     Schau, wie sie alle daherkommen –
Bewegte Schatten schieben sich über den Boden.
Sie wollen alle in Dein Licht.
Doch bin ich nicht sicher, ob sie hören,
was Du sagst.
Sie schieben die Einöde weg und fluten
meine Strände.
Sie steigen ein und tauchen unter in meine Wellen.
Du hast mich nicht gefragt, ob ich sie denn will.
Sie, die sie voll sind mit nichts als Gedanken.
     Schau, wie sie alle kommen –
Du empfängst sie mit Worten und Gebärden.
Sie entlassen sich in Dich und ich muss sie tragen.
Meine Natur nimmt sie auf, nimmt alles auf
was sie bringen,
ich werde schwer und voll –
Du hast mich nicht gefragt, wie es sich anfühlt
an meinen Rändern,
in meinem Leib.
Ich verdaue, ich bewege, ich wirble und mische –
und Du holst und führst
die Menschen der Lande weiter in mich hinein.
Hättest Du nicht die Macht
auch den Geist zu holen und dahin zu führen,
ich könnte Dir nicht helfen.
     Schau, wie sie alle daherkommen –
Einsteigen, eintauchen, loslassen
und wiederkommen. Ganz neu.
Neu gemischt mit allem was ich aufnehmen kann.
Mit allem was sie bringen
und allem was kommt.
Von oben und unten.
Getrennt –
Und ich füge zusammen was Du mir gibst.
Du hast mich nicht gefragt, ob ich das will.
Aber hier meine Antwort: ich will.
Rufe Du sie herbei und ich mische sie neu.