Perikope 23. März 2020 in der Übersetzung von Johannes Lauten

Jesus wanderte in das Land jenseits des Galiläischen Meeres, in die Gegend von Tiberias, und es folgte ihm eine große Schar Menschen, weil sie die Geisteszeichen sahen, welche er an den Kranken vollbrachte. Und Jesus stieg hinauf auf den Berg und ließ sich dort nieder mit seinen Jüngern. Und es war nahe Passah, das Fest der Juden. 

Da erhob Jesus seine Augen und schaute, dass eine große Schar von Menschen zu ihm strebte, und er sprach zu Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit sie essen können? Das sagte er, um ihn zu erproben, denn er selbst wusste wohl, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: für zweihundert Denare Brot ist nicht genug für sie, selbst wenn jeder nur wenig nähme. Andreas, der selbst ein Jünger war, der Bruder des Simon Petrus, sprach zu ihm: Ein Knabe ist hier, der hat fünf Gerstenbrote und 2 Fische, aber was bedeutet das für so viele? Da sprach Jesus zu ihnen: Sorget, dass sich die Menschen auf der Erde niederlassen.

Es war viel grünes Gras in jener Gegend, und so lagerten sich etwa fünftausend Menschen. Da nahm Jesus die Brote, dankte, gab sie den Jüngern, und die Jünger gaben sie denen, die sich gelagert hatten; in derselben Weise gab er ihnen auch von den Fischen, so viel sie nehmen wollten.

Als sie nun gesättigt waren, sprach er zu den Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts umkomme. Und sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten; die waren bei dem Mahle übrig geblieben.

Da nun die Menschen das Geisteszeichen sahen, das Jesus vollbracht hatte, riefen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll. Als Jesus erkannte, dass sie kommen und ihn zu ihrem König machen wollten, zog er sich wieder auf den Berg zurück; und er war allein.

Liebe Christengemeinschaft

Was sind schon fünf Gerstenbrote und zwei Fische im Anblick von fünftausend Menschen? Eine berechtigte Frage, die wir uns angesichts der großen Not und des vielen Leids auch heute wieder stellen können. Was ist schon das Wenige, das wir haben, gegenüber so viel, was gebraucht wird?

Im Evangelium erleben wir, dass das, was jetzt in diesem Augenblick greifbar ist, was uns in diesem Moment zur Verfügung steht, mehr als ausreichend ist.

So wenig es scheint, in Seine Hände gelegt und von Ihm zu Gott erhoben, voll des Dankes, wird aus dem Wenigen viel und weitreichende Nahrung.

Liebe Gemeinde, wenn wir unseren Blick auf das Weltgeschehen um uns herum lenken, dann mag in uns die Frage erwachen: und womit kann ich dienen, um etwas von all der Not und dem Leid zu wenden?

Wenn wir bereit sind dazu, das Kleine, Schwache und Wenige, was uns hier und jetzt zur Verfügung steht, wenn wir das hinopfern und in die Hände Christi legen, dann dürfen wir hoffen, dem geistigen Hunger unserer Welt ein wenig Brot zu werden.

Ja, so sei es.