{"id":2550,"date":"2020-06-26T06:21:11","date_gmt":"2020-06-26T04:21:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/?p=2550"},"modified":"2020-06-26T06:21:12","modified_gmt":"2020-06-26T04:21:12","slug":"sinneswandeln-in-lebensbildern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/?p=2550","title":{"rendered":"Sinneswandeln in Lebensbildern"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Ulrich Meier aus der Zeitschrift \u201eDie Christengemeinschaft\u201c 2006<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Johannestaufe und das Sakrament der Beichte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Man geht in den Bildern seines Lebens spazieren. Ist von ihnen umgeben und ist zugleich identisch mit ihnen. Sieht und erlebt alles noch einmal, aber anders. Ein \u00fcberraschend neuer Blick auf Gewordenes, mit der Frage n\u00e4mlich, ob diese Bilder das waren, was man h\u00e4tte leben sollen. Und lieben, ja, nat\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>So stelle ich mir das gro\u00dfe Bilderangucken nach meinem Tod vor, seit ich die Berichte von den Nahtoderfahrungen des George Ritchie und Anderer gelesen habe. Und erblicke darin etwas von der Johannestaufe \u2013 und vom Beichtsakrament, das uns in der Christengemeinschaft anvertraut ist: Man taucht in den Strom der Erinnerungen unter, l\u00e4sst sich ganz von den flie\u00dfenden Bildern \u00fcberfluten, \u00f6ffnet sich f\u00fcr andere Perspektiven auf das Gelebte, und steigt schlie\u00dflich mit einem neuen Blick wieder heraus, mit der Ahnung dessen, was in Zukunft anzustreben w\u00e4re. Sinneswandlung: sich und dem eigenen Leben einen neuen Sinn geben, eine andere Richtung, vom neuen Anblick des Menschen her wie ein Leuchtfeuer klar bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Beichtgespr\u00e4ch ist da als Zeuge noch ein Anderer anwesend, der die Aufgabe des T\u00e4ufers Johannes \u00fcbernehmen soll, der Priester. Er soll Vorg\u00e4nger, Wegbereiter dessen werden, der als der Schaffende menschliches Wandeln mit seinem Wandeln durchdringen kann. Zu dem Blick auf meine Lebensbilder kommt so der n\u00e4chste Schritt hinzu. Ich schaffe sie noch einmal, indem ich sie mit Worten h\u00f6rbar mache. Und erfahre dabei, wie H\u00f6ren und Sprechen neue Einsichten, neue Kompositionen, neue Beziehungen meiner selbst zu den Erinnerungen erm\u00f6glichen. Denn ich trage ja nicht nur mein Leben als Bilderwerk mit mir, sondern auch die Art, wie ich jedes einzelne Bild gewollt oder nicht gewollt habe, wie ich es empfunden habe und dar\u00fcber urteilte. Damit in eine weitere Kl\u00e4rung schon jetzt zu kommen und nicht erst mit dem Lebenspanorama nach dem Tod, ist die Chance. Immer weniger verurteilen m\u00fcssen, immer weniger Angst und Abwehr haben, immer mehr Bejahung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist f\u00fcr dieses Mal der letzte Pinselstrich an den Erinnerungsbilderworten ausgesprochen, folgt der Augenblick des \u00dcbergangs, des Auftauchens aus dem Bilderstrom des Vergangenen. Eine Pause, in der nicht mehr gesprochen werden muss. \u00bbAuch ich verurteile dich nicht.\u00ab Dieses Wort des Nichtsprechens Christi zu der Ehebrecherin kann f\u00fcr all unser Tun und Unterlassen gelten, das wir nicht nur mit unserem Leben, sondern noch einmal im nachschaffenden Erinnern in die Erde eingeschrieben haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die abschlie\u00dfenden Worte des Sakramentes sind nicht mehr individuell, sie weisen in jedem Leben und in jedem Lebensaugenblick auf das eine Bild des Menschen, das ihn zum Ebenbild Gottes aufsteigen l\u00e4sst. Wo wir lernen, Gottes- und Menschenwirken ineinander zu f\u00fcgen, wo wir mit der g\u00f6ttlichen Kraft des Friedens beschenkt werden, da \u00f6ffnen wir uns dem Atem der Liebe, die in uns einzieht, indem wir sie in der Hingabe an Gott und die Menschen auszustr\u00f6men beginnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Ulrich Meier aus der Zeitschrift \u201eDie Christengemeinschaft\u201c 2006 Die Johannestaufe und das Sakrament der Beichte Man geht in den Bildern seines Lebens spazieren. Ist von ihnen umgeben und ist zugleich identisch mit ihnen. Sieht und erlebt alles noch einmal, aber anders. Ein \u00fcberraschend neuer Blick auf Gewordenes, mit der Frage n\u00e4mlich, ob diese Bilder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[364],"tags":[],"class_list":["post-2550","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-corona"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2550"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2550\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2551,"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2550\/revisions\/2551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}