{"id":2405,"date":"2020-04-25T21:37:34","date_gmt":"2020-04-25T19:37:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/?p=2405"},"modified":"2020-04-25T21:49:58","modified_gmt":"2020-04-25T19:49:58","slug":"denn-leiden-ist-versteck-fuers-licht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/?p=2405","title":{"rendered":"\u00bb\u2026 denn Leiden ist Versteck f\u00fcrs Licht\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild8.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2411\" width=\"449\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild8.jpg 684w, https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild8-286x300.jpg 286w, https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild8-277x290.jpg 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von Georg Drei\u00dfig<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal\nhilft ein \u00fcberraschendes Bild schneller. einen Zusammenhang zu verstehen, als\nes viele zutreffende Begriffe zu leisten verm\u00f6gen. So ist es mir mit dem\nfolgenden Gedicht von Nelly Sachs gegangen, als ich neuerlich \u00fcber das Wesen\ndes Menschen und seinen Anteil an Vergangenem einerseits und Zuk\u00fcnftigem\nandererseits r\u00e4tselte. Die Dichterin schreibt: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbUnd\nwickelt aus, als w\u00e4ren\u2018s Linnent\u00fccher, darin Geburt und Tod ist eingeh\u00fcllt,\nBuchstabenleib, die Falterpuppe aus gr\u00fcner, roter, wei\u00dfer Finsternis, und\nwickelt wieder ein in Liebesleiden wie M\u00fctter tun; denn Leiden ist Versteck\nf\u00fcrs Licht.&nbsp;&nbsp; Doch w\u00e4hrend er wie Sommer\noder Winter handelt, schwebt schon Ersehntes, sehnsuchtsvoll verwandelt.\u00ab11 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gewiss, zun\u00e4chst hat man Schwierigkeiten, \u00fcberhaupt zu verstehen, was da zu einem gesagt worden ist. Man muss wieder und wieder verweilen, darf nicht an den einzelnen W\u00f6rtern vorbeihuschen, wie wir es gew\u00f6hnlich tun, wenn wir uns verst\u00e4ndigen. Man muss sich Rechenschaft ablegen dar\u00fcber, was man verstanden hat und was noch nicht. Versuchen wir das, dann bemerken wir, dass die Dichterin eine T\u00e4tigkeit beschreibt, die am \u00bbBuchstabenleib\u00ab vollzogen wird: Der \u00bbBuchstabenleib\u00ab wird ausgewickelt, und er wird wieder eingewickelt. Ausgewickelt wird er aus \u00bbLinnent\u00fcchern, die Geburt und Tod einh\u00fcllen\u00ab; sie nennt sie auch \u00bbgr\u00fcne, rote, wei\u00dfe Finsternis\u00ab. Eingewickelt wird er in \u00bbLiebesleiden\u00ab. F\u00fcr dieses neuerliche Einwickeln wird sogar ein Grund angegeben; es hei\u00dft, es geschehe \u00bbwie M\u00fctter tun; denn Leiden ist Versteck f\u00fcrs Licht\u00ab. Der \u00bbBuchstabenleib\u00ab wird aus seinen Verh\u00fcllungen ausgewickelt und also anschaubar oder, dem verwendeten Bild entsprechender: Er wird lesbar. Den \u00bbBuchstabenleib\u00ab \u2013 wir suchen ihn im Grunde in allen Wahrnehmungen, die wir machen. Wir geben uns nicht mit dem reinen Sinneseindruck zufrieden, sondern wir wollen, was wir wahrnehmen, auch verstehen, wollen zumindest den Namen kennen dessen, was wir gesehen, geh\u00f6rt oder getastet haben. Wir wollen seine Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten ergr\u00fcnden, etwas \u00fcber sein Warum, Woher und Wozu erfahren. Dem Sinnlichen wollen wir seinen Sinn ablesen; das Erscheinende soll uns das in ihm Verborgene enth\u00fcllen, wie der Buchstabe es tut: Er ist nicht nur wahrnehmbar, sondern er l\u00e4sst sich zugleich lesen, d. h. er vermittelt uns mit der Wahrnehmung zugleich seinen Sinn. Als \u00bbBuchstabenleib\u00ab erscheint uns die sinnliche Welt im Ganzen und jede einzelne Erscheinung in ihr. Als \u00bbBuchstabenleib\u00ab betrachten wir uns insbesondere als Menschen, indem wir \u00fcber den Sinn unseres eigenen Daseins r\u00e4tseln. Wer von uns k\u00f6nnte sich schon mit der Tatsache, einfach Dasein zu haben, zufriedengeben, wenn er mit diesem Dasein nicht noch einen tieferen Sinn verbinden k\u00f6nnte! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinblickend auf den Menschen, wie wir ihn wahrnehmen k\u00f6nnen \u2013 am anderen oder an uns selbst \u2013, hinblickend auf unsere eigene Erscheinung als einen&nbsp; \u00bbBuchstabenleib\u00ab, werden wir durch das kleine Gedicht von Nelly Sachs angeregt zu bemerken: Der, nach dem du da fragst, den du verstehen willst, der ist verh\u00fcllt, und die H\u00fclle verr\u00e4t dir zun\u00e4chst gar nicht, ob du auf Lebendiges oder Totes schaust. Um das festzustellen, muss man die H\u00fcllen entfernen, die H\u00fcllen, die da sind: \u00bbgr\u00fcne, rote, wei\u00dfe Finsternis\u00ab. Sinnen wir ein wenig dar\u00fcber nach, was uns das Wesen des Menschen verh\u00fcllt. Im unmittelbaren Wahrnehmen sind es zun\u00e4chst die Lebensattribute: Alter, Geschlecht, Volkszugeh\u00f6rigkeit u. a. Ich sehe eine \u00e4ltere Dame, einen kleinen Jungen, einen Greis. Das ewige Menschenwesen ist darin verh\u00fcllt. Man kann die Attribute des konkreten Lebens einmal verstehen als die \u00bbgr\u00fcne Finsternis\u00ab, die das Menschenwesen mit Lebens\u00e4u\u00dferungen umh\u00fcllt. Eine weitere H\u00fclle ist in den vergangenen 100 Jahren immer wichtiger geworden dadurch, dass sich die Anschauung durchsetzte, der Mensch sei ein h\u00f6heres Tier. Was im vergangenen Jahrhundert zun\u00e4chst die vergleichende Anatomie festgestellt hat, das hat in unserem Jahrhundert die Verhaltensforschung zu bekr\u00e4ftigen gesucht, indem sie auch das Tun und Lassen des Menschen zur\u00fcckgef\u00fchrt hat auf bestimmte Verhaltensmuster im Tierreich. Der Mensch, der sich innerlich aufgerufen f\u00fchlt, sein Verhalten selbst zu bestimmen und zu verantworten, wurde da angebunden an Mechanismen, die \u00fcber Jahrtausende hinweg eine bestimmte Art und Weise des Betragens begr\u00fcndet haben sollen. Das Freiheitsempfinden mag sich dagegen wehren, sich in unzul\u00e4ssiger Weise eingeengt f\u00fchlen. Das Wahrheitsempfinden wird aber besch\u00e4mt anerkennen m\u00fcssen, dass vieles von dem, was in der Verhaltensforschung vorgetragen wird, das eigene Verhalten tats\u00e4chlich beschreibt. Das Menschliche \u2013 nach Art der Tiere bestimmt und festgelegt. Diese Anschauung erkennt den Menschen von Seiten des Tieres, aber in dieser H\u00fclle, in dieser \u00bbroten Finsternis\u00ab, erleidet das Menschenwesen letztlich den Tod, kann sich nicht frei entfalten. Wir sehen das Tote des Menschen, wenn wir auf das blicken, was ihn mit dem Tier verwandt macht. Ist nicht das Wesen des Menschen aus der Freiheit geboren? Sind wir nicht als Kinder des Himmels in dieses Erdenleben eingetreten, wohl wissend, welche Absicht, welches Ziel wir damit verfolgen? Ist nicht dies unser Adel, dass wir unsere Lebenskraft immer wieder erneuern d\u00fcrfen aus jenem Hinblicken auf das Ziel? Wer wollte dem Gesagten nicht zustimmen! Dennoch gr\u00fcndet auch diese Aussage zun\u00e4chst darauf, dass der Mensch verh\u00fcllt wahrgenommen wird, jetzt aber in \u00bbwei\u00dfer Finsternis\u00ab verh\u00fcllt. Wir schauen nicht auf das gegenw\u00e4rtige Menschenwesen, sondern auf das, was einmal werden will, was einmal die Kraft erlangen will, bewusst von seinem himmlischen Ziel her sein Leben zu f\u00fchren. Was wir beschrieben haben, ist gar nicht das Menschenwesen selbst, sondern \u2013 sein Engel. Wie wir das Tier zur\u00fccklassen m\u00fcssen, um wahrhaft Mensch sein zu k\u00f6nnen, so m\u00fcssen wir uns den Engel erst noch zu eigen machen. In der Verh\u00fcllung aus \u00bbwei\u00dfer Finsternis\u00ab birgt sich das noch Ungeborene des Menschen. So k\u00f6nnen wir, angeregt durch das Gedicht der Nelly Sachs, bemerken, dass wir das Wesen des Menschen erst verstehen, wenn wir es auswickeln aus seinen ganz unterschiedlich gearteten Verh\u00fcllungen. Dann k\u00f6nnen wir ihn begreifen in seinem gegenw\u00e4rtigen Sein zwischen Tier und Engel. Wie aber mag es uns gelingen, uns den uns bindenden Kr\u00e4ften, die uns im Tierischen halten wollen, zu entringen und dem Engelwerden entgegenzuwachsen? Nelly Sachs sagt: indem wir wieder eingeh\u00fcllt werden \u00bbin Liebesleiden\u00ab. Wir m\u00fcssen das Wort \u00bbLiebesleiden\u00ab wohl noch einmal ganz neu verstehen, um ahnen zu k\u00f6nnen, wovon die Dichterin da spricht. Es d\u00fcrfte ihr kaum um die Schmerzen einer romantischen Liebesbeziehung gehen, an die wir vielleicht zun\u00e4chst mit diesem Begriff denken. Vielmehr findet hier eine Engf\u00fchrung von zwei ganz verschiedenen Dingen statt: von Liebe n\u00e4mlich und von Leid. Liebe, die zugleich Leid ist, Leiden, das zugleich Liebe ist \u2013 davon spricht das Gedicht. In Leiden soll der \u00bbBuchstabenleib\u00ab eingeh\u00fcllt werden, die ihrer Substanz nach Liebe sind. Und ein derartiges Eingewickelt-Werden soll ihm sogar zum Gedeihen gereichen; es ist ein m\u00fctterliches Tun, das so am Menschen vollzogen wird, um ihn seiner Geburt entgegenzuf\u00fchren. Wir kennen das Leid heute fast nur von seiner unangenehmen, schmerzhaften Seite. Wir vermeiden es, oder wenn es sich nicht mehr vermeiden l\u00e4sst, verstecken wir es wenigstens \u2013 in Krankenh\u00e4usern und Altenheimen. Dort aber bildet sich eine esoterische Gemeinschaft, die die Tiefen des Leids ergr\u00fcndet und dadurch u. U. zu ganz anderen Erfahrungen kommt. Das Zeugnis einer so Erfahrenen sollen uns hier weiterhelfen. Anne-Marie Tausch, Professorin f\u00fcr Psychologie, hatte eben begonnen, ein Forschungsprojekt dar\u00fcber durchzuf\u00fchren, ob die Teilnahme an psychologischen Gespr\u00e4chsgruppen Krebskranken helfen k\u00f6nnte, mit ihrer Krankheit besser fertig zu werden, als sie von ihrem Arzt erfuhr, dass sie selbst an Krebs erkrankt sei.22 Sogleich stellen sich auch bei ihr die allgemein mit dem Krebs verbundenen&nbsp; \u00c4ngste ein. Eine Frage aber, die sie von einer Kollegin gestellt bekommt, er\u00f6ffnet ihr die M\u00f6glichkeit, ihre Krankheit ganz neu wahrzunehmen. Die Frau r\u00e4t ihr, einmal nicht auf den Krebs zu schauen, sondern zu fragen, \u00bbwas mir mein Krebs bedeutet, was er mir bringt\u00ab. Anne-Marie Tausch bekennt: \u00bbAls erstes fiel mir nur ein: Krankheit und Schmerzen.\u00ab Aber einige Wochen gehen ins Land, die Frage wird immer wieder bewegt, und siehe da: allm\u00e4hlich stellt sich eine ganze Liste von Einsichten ein, die sie der Krankheit verdankt: z. B. \u00bbKontakt zu meinem kranken K\u00f6rper.\u00ab \u2013 \u201eDie Krankheit gibt mir Zeit, dar\u00fcber nachzudenken, was wichtig und was unwichtig in meinem Leben ist.\u00ab \u2013 \u00bbSchmerzgef\u00fchle als etwas Positives akzeptieren.\u00ab \u2013 \u00bbLeichteren Zugang zu kranken Menschen\u00ab u. a. Die angeregte Fragestellung er\u00f6ffnet der Erkrankten ganz neue Wahrnehmungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die eigene Krankheit, aber auch dank der eigenen Krankheit. \u00c4hnlich ergeht es denen, mit denen Anne-Marie Tausch das Gespr\u00e4ch sucht. Eine Patientin wird mit der folgenden Aussage zitiert: \u00bbDiese Krankheit ist mir geschickt worden. Ich kann das jetzt aufrichtig sagen. Sie ist ein liebevolles Zeichen Gottes. Ich w\u00e4re nie so aufger\u00fcttelt worden. Ich h\u00e4tte mir nie Gedanken \u00fcber den Sinn meines Lebens gemacht und mich hinterfragt: Wie lebe ich eigentlich? Was tue ich? Ich w\u00e4re nie darauf gekommen, dass die Liebe wirklich das allerwichtigste ist in unserem Leben\u2026\u00ab Die ihr mitgeteilten Erfahrungen anderer Kranker fasst Anne-Marie Tausch so zusammen: \u00bbViele f\u00fchlen sich \u203aaufger\u00fcttelt\u2039, machen sich auf einen neuen Weg \u2013 auf einen Weg, der zu ihrem inneren Lebensraum f\u00fchrt\u2026 Manche bleiben ihr Leben lang verbittert, sterben verbittert. Andere gehen aus jeder Krisensituation innerlich heiler hervor, wachsen, f\u00fcllen ihren inneren Lebensraum und sterben trotz k\u00f6rperlichen Verfalls seelisch heil und gesund. Diese Menschen haben rechtzeitig gesp\u00fcrt, dass sie es selbst sind, die sich verbittert und unzufrieden machen, und dass sie die Chance haben, innerlich zu wachsen und zu reifen.\u00ab Denen, die das Leid nicht mehr vermeiden k\u00f6nnen, die nicht umhink\u00f6nnen, es zu erfahren, erschlie\u00dft sich ein Wahrnehmungsorgan, das ihnen erlaubt, in den Leiden \u2013 Liebe zu sp\u00fcren, die sich ihnen zuwendet. Nun regt das Gedicht an, noch ein letztes Motiv zu besinnen. In den abschlie\u00dfenden Zeilen hei\u00dft es, dass \u00bber\u2026 handelt\u00ab, und dass dadurch ein erst \u00bbErsehntes\u00ab schon Dasein gewinnt: \u00bb\u2026 schwebt schon Ersehntes, sehnsuchtsvoll verwandelt\u00ab. Erst hier am Schluss wird deutlich: Es ist nicht nur etwas, das geschieht, es \u00e4u\u00dfert sich darin auch jemand, der handelt. An wen k\u00f6nnen wir dabei denken? Wer handelt da? F\u00fcr wen ist der zuk\u00fcnftige Mensch der \u00bbErsehnte\u00ab? Wessen Sehnsucht wirkt wandelnd an unserem Wesen? Gewiss fragen wir jetzt nach dem Menschenbruder Christus, nach ihm, der das zuk\u00fcnftige Wesen des Menschen besser kennt als jeder andere. Wer h\u00e4tte solche Sehnsucht nach ihm wie der, der sogar Leid und Tod auf sich nahm, um die Zukunft des Menschen zu bewahren \u2013 und der von daher auch die Bedeutung der Leiden im Leben tiefer bewerten, ja wertsch\u00e4tzen kann, als ein Mensch es vermag. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So kann das kurze Gedicht der Nelly Sachs uns anregen, zu ahnen, wie nah Christus uns in unserem Leben \u2013 auch in unserem Leiden \u2013 ist. Er selbst ist derjenige, der uns fragen l\u00e4sst nach unserem gegenw\u00e4rtigen ewigen Wesen, nach dem, das nicht identisch ist mit den Attributen dieser bestimmten Inkarnation, und der es uns unterscheiden lehrt sowohl vom Tier als auch vom Engel. Und wenn in uns selbst die Sehnsucht nach dem zuk\u00fcnftigen Menschen erwacht und wir in dieser Sehnsucht unser wahres Wesen besonders nahe f\u00fchlen \u2013 dann mag es seine Sehnsucht sein, die unsere Seele ber\u00fchrt und hellf\u00fchlend macht f\u00fcr unsere eigene Zukunft. Ihr leben wir entgegen, eingeh\u00fcllt in seine Liebe (die allerdings als Leiden erscheinen kann), mit der er uns umgibt \u00bbwie M\u00fctter tun\u00ab, dass in der Umh\u00fcllung solchen \u00bbLiebesleidens\u00ab unser Lichtwesen heranwachse; \u00bbdenn Leiden ist Versteck f\u00fcrs Licht\u00ab \u2013 f\u00fcr das Licht, das uns selbst zugedacht ist wie auch f\u00fcr das Licht, welches von seinem Wesen in unser Leben hereinstrahlt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1 Nelly Sachs, \u00bbFahrt ins Staublose. Die\nGedichte der Nelly Sachs\u00ab, Frankfurt am Main 1961 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2 Anne-Marie Tausch, \u00bbGespr\u00e4che gegen die\nAngst. Krankheit \u2013 ein Weg zum Leben\u00ab, Reinbek bei Hamburg 1981 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Drei\u00dfig Manchmal hilft ein \u00fcberraschendes Bild schneller. einen Zusammenhang zu verstehen, als es viele zutreffende Begriffe zu leisten verm\u00f6gen. So ist es mir mit dem folgenden Gedicht von Nelly Sachs gegangen, als ich neuerlich \u00fcber das Wesen des Menschen und seinen Anteil an Vergangenem einerseits und Zuk\u00fcnftigem andererseits r\u00e4tselte. 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