{"id":2382,"date":"2020-04-18T17:56:27","date_gmt":"2020-04-18T15:56:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/?p=2382"},"modified":"2020-04-18T18:03:44","modified_gmt":"2020-04-18T16:03:44","slug":"im-anschauen-der-wunde-kleine-besinnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/?p=2382","title":{"rendered":"Im Anschauen der Wunde &#8211; kleine Besinnung"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/jesus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2389\" width=\"339\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/jesus.jpg 582w, https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/jesus-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/jesus-202x290.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Halte still, du Wandersmann,<br> und sieh dir meine Wunden an.<br> Die Wunden steh\u2019n.<br> Die Stunden geh\u2019n.<br> Nimm dich in Acht und h\u00fcte dich,<br> was ich am J\u00fcngsten Tage \u00fcber dich<br> f\u00fcr ein Urteil sprich.<\/em><br> (Autor Unbekannt)<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben alle Wunden \u2013 kleine, gro\u00dfe und solche, von denen wir lange nichts wissen, weil sie uns nicht bewusst sind. Verwundet sein ist allt\u00e4glich. Es macht uns menschlich. Und weil wir alle verletzbar sind, geh\u00f6rt die Wunde zu unserem Menschsein schlechthin. Sie verbindet uns, wenn wir fragen \u201ewie geht es Dir?\u201c. Und \u2013 sie verbindet uns in unserer Sehnsucht nach Heilung.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten von Krankheit und anderen Krisen stellen wir uns diesen Wunden und dieser Sehnsucht in einer ganz besonderen Tiefe. Fragen, die vorher kaum h\u00f6rbar waren, brauchen nun Raum. Sie sind kostbar, weil sie die Lebendigkeit unserer Seele spiegeln, die sich nun auf den Weg macht. In unseren modernen Zeiten von Freiheit und Selbstverwirklichung, denen nicht selten dramatische Br\u00fcche gewohnter und geborgener Lebenszusammenh\u00e4nge vorausgehen, brauchen wir Halt in uns selbst. Dieser Blick nach innen ist oft schmerzhaft, weil er auch an das erinnert, was schwer war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eigene\nGeschichte hat uns zu dem gemacht, der wir sind und der von dem, der werden\nwill, noch nichts wei\u00df. Doch im Strudel des \u201ewoher?\u201c und \u201ewohin?\u201c erkennen wir\nuns selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wohin haben die\nJ\u00fcnger an diesem Abend geschaut und woher kam der Auferstandene? <\/p>\n\n\n\n<p>Das Evangelium\nspricht in dem kurzen ersten Absatz von einem enormen Verwandlungsprozess.\nStellen Sie sich vor, ganz so, wie Sie es heute k\u00f6nnen, wie die J\u00fcnger zusammen\nsind, stehend, sitzend, in einem geschlossenen Raum, in Furcht vor \u00abden\nanderen\u00bb und in Trauerschmerz. Und da hinein erscheint der Auferstandene, an diesem\nOrt der Verzweiflung, im Inneren. Und seine Botschaft lautet als erstes: Der\nFriede sei mit euch. Doch nur durch das Zeigen der Wunden, verm\u00f6gen sie ihn zu\nerkennen und ihre Trauer verwandelt sich in Freude. <\/p>\n\n\n\n<p>Was ist das\nGeheimnis der Wunde an Ihm, an uns und an unserem Gegen\u00fcber? Was ist Wunde\n\u00fcberhaupt? Und was w\u00e4re der Mensch ohne Wunde?<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eZeige\ndeine Wunde, weil man die Krankheit offenbaren muss, die man heilen will.\u201c <\/em><em>(Joseph Beuys)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ist das so, dass die Krankheit offenbar werden muss, damit sie geheilt werden kann und wie stellen sich dann die J\u00fcnger ins Verh\u00e4ltnis zu Jesus, der ihnen seine Wunden offenbart? Was hat Er geoffenbart?<\/p>\n\n\n\n<p>Er sagt zu ihnen (Joh. 15, 15): Ich nenne euch\nnicht mehr Knechte, denn der Knecht weiss nicht, was sein Herr tut. Euch aber\nhabe ich Freunde genannt, weil ich euch alles kundgetan habe, was ich von\nmeinem Vater geh\u00f6rt habe. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie verbindet sich die Krankheit, die Wunde,\ndas Leid, mit meinen Mitmenschen? Wo kann ich Wunden offenbaren, damit sie\nheilen, wenn nicht gegen\u00fcber meinen Freunden? Ich ben\u00f6tige meine Mitmenschen\nzur Heilung und trage Mitverantwortung f\u00fcr die Heilung meiner Mitmenschen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist der Raum,\nin den Christus eingetreten ist. Er offenbart seine Wunden und im Anschauen der\nWunden erkennen die J\u00fcnger, nunmehr Freunde, ihre eigenen Wunden. Denn im\nAnschauen Seiner Wunden, erkennen wir uns selbst. <\/p>\n\n\n\n<p>Damit haben wir\nimmer wieder die M\u00f6glichkeit, uns selbst anzuerkennen als ein Verwundeter und\ndadurch eine Verbundenheit mit Christus zu wissen. Aber auch eine Verbundenheit\nmit allen Menschen zu teilen. Und wenn es so ist, dass wir zusammenstehen in\nder Str\u00f6mung der Menschheit und wir als Menschen verwundet und verbunden sind,\nso kann die offenbarte Krankheit, also die uns als Menschen eigene, durch unser\npers\u00f6nliches Handeln geheilt werden und damit zur Heilung der Menschheit\nbeitragen. Und dies nur, weil wir durch die Wunde mit Christus und der Welt\nverbunden sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wunden der\nSeele sind die Organe, durch die Heilung in uns einziehen kann. M\u00f6gen sie von\nder Hand eines unerbittlichen Schicksals geschlagen sein, m\u00f6gen sie andere\nMenschen uns zugef\u00fcgt haben, m\u00f6gen schliesslich wir selbst uns die\nallertiefsten gerissen haben \u2013 sie sind die offenen Tore der Seele \u2013 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>durch sie\nfindet uns die Liebe, die heilt, indem sie die Wunde zum Auge wandelt und das\nGeschw\u00fcr zum Ohr umbildet \u2013 f\u00fcr eine h\u00f6here Welt. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Toren sind\ndie Menschen, die versuchen, sich ihrer Wunden zu entledigen, indem sie sie\noberfl\u00e4chlich zuwachsen lassen. Denn in der Tiefe schw\u00e4rt das Ungl\u00fcck nur\nweiter \u2013 und bei dem geringsten Anlass zerbricht der Schorf und das Unheil ist\ngr\u00f6sser als jemals zuvor. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Offene Wunden \u2013 zu Liebesorganen gewandelt \u2013 ewig tr\u00e4gt sie der Auferstandene an seinem Leibe, und sie sind der Quellort des ewigen Heiles f\u00fcr die Welt, Erde und Mensch. (Friedrich Benesch)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/bild3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2388\" width=\"526\" height=\"524\" srcset=\"https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/bild3.jpg 745w, https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/bild3-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.cg-koeln-ost.de\/start\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/bild3-290x290.jpg 290w\" sizes=\"auto, (max-width: 526px) 100vw, 526px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halte still, du Wandersmann, und sieh dir meine Wunden an. Die Wunden steh\u2019n. Die Stunden geh\u2019n. Nimm dich in Acht und h\u00fcte dich, was ich am J\u00fcngsten Tage \u00fcber dich f\u00fcr ein Urteil sprich. 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