Liebe Mitglieder, liebe Freunde,
liebe Gemeinde!

Suchen, Fragen, Reden –
Gerade wer strauchelt, darf reden.
Gerade wer sucht, muss reden.

Wir straucheln und suchen und brauchen mehr denn je den Raum für das Gespräch, für das Wort im Zusammenklang mit den anderen Worten– und vor allem anderen brauchen wir die Fragen. Sie sind der Antrieb für die Zukunft. Sie holen jetzt schon herein, was werden will. In diesem Sinne habe ich ein Programm zusammengestellt, was mehr Raum für Begegnung im Gespräch ermöglicht, was den Fragen und dem Mut zum Fragen mehr Raum bietet. Vielleicht auch dem Mut zum Antworten. Es ist noch vieles offen und möglich.

Dadurch, dass wir sprechen, sind wir Gottes Schöpferkraft verbunden.
Das Wort wird Fleisch, das Wort wird Sakrament. Aus der Verbindung von dem Wort mit dem Element wird Sakrament.

Und der Mensch ist doch Element, ist Erde. Wenigstens zu einem grossen Teil und in ihm ist auch der göttliche Funke, der Geist-Mensch. So muss es möglich sein, dass der Mensch auch irgendwann Sakrament wird. Oder ist er es schon? Er wurde in das Grab der Erde gelegt. Er wurde mit der Erde verbunden. Er, der Wort ist. Wie sehr macht dies die Erde zum Ort des Sakraments? Und wie sehr behandeln wir die Erde als Sakrament? Wo sind ihre Verkündigungen? Wie nehmen wir sie entgegen, wenn nicht mit der tiefen Verbundenheit mit ihm, mit Gott, mit der Erde, der Schöpfung, mit uns selbst –  

Durch ihn kann der heilende Geist wirken.
So wirke er durch ihn durch mich.

Jeder Neubeginn und jede Gemeinschaft in Christi Namen, oder wenigstens mit ihm als innerem geistigen Anstoss, wird angegriffen (Off. 12) und die Liebefähigkeit ist eine Wehr dagegen. Die Liebe und der Frieden. Das mag in manchen Ohren kitschig klingen. Jedoch, wenn ich mir vorstelle wie es ist, friedvoll zu sein und liebevoll allem zu begegnen, dann kann ich im Herzen erahnen, dass ich ganz bei mir bin und sein muss und dadurch meinem Umkreis eine Freiheit ermögliche, durch die der Heilige Geist ein Wirkungsfeld erhält. Doch wo wirkt er hin, wenn ich nicht in Kontakt kommen kann mit der Welt?

Die liebevolle und friedvolle Einstellung zum Leben, zur Welt, zu den Menschen, ermöglicht Heilung. Heilung im Sozialen, durch das Miteinander, durch die Gemeinschaft. Ich erkenne den Menschen an seinen Wunden und durch dieses Erkennen wird er ein Stück von mir. Dadurch kann er sich wandeln, weil ich ein Stück auf- und von ihm angenommen habe. Weil er damit offenbar und seine Schwäche angenommen wird.

Das können wir selbst und gegenseitig tun. Und wir können darum bitten. Er ist da, die Auferstehung ist noch nicht abgeschlossen.

Michaeli ist das herbstliche Fest der Auferstehung der Seele. In dieser Auferstehung werden wir aber einander und von der Welt nicht entfremdet, sondern in neuem Leben verbunden.

Herzlich Ihre
Anna Hofer

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